Eröffnungsrede von Sabine Techel (Schriftstellerin) anlässlich der Einzelausstellung in der Galerie Bernau 2008.

(...) In Bettina Albrechts Arbeiten erzählen die Farben ihre Geschichte, und zwar, je nachdem, die Geschichte einer Farbe oder die eines Zusammenhangs. Dabei wird Farbe bei Albrecht immer etwas, was nicht eine andere Farbe abbildet, sondern sich selbst formuliert, d.h. im Hegelschen Sinne, der postuliert, dass zum Konkreten der Begriff gehöre, haben wir hier konkrete Farbe.

Etwa eines der Bilder mit unerhörtem Materialeinsatz, ein Bild ohne Titel von 2004, mit 28 - 27 cm ein relativ kleines Format, erzählt die Geschichte der Farbe Weiß zu ihrem vorläufigen Ende. Was wir von Weiß wissen und was es selbst wissen kann, ist ausformuliert. Der massive Farbauftrag korrespondiert mit der gewaltigen Stille, die von dem Bild ausgeht.

2014 Katalogtext zu der Ausstellung in den KUNSTKATEN AHRENSHOOP und den STEINBERGER GALERIEN, WEIKERSHEIM/ LANGENARGEN Bettina Albrecht / Hans Hölzel.

BILDLANDSCHAFTEN

Bettina Albrecht erzeugt mittels Ölfarbschichtungen und teils lasierendem Farbauftrag mit unterschiedlichen Auftragsinstrumenten auf verschiedenen Trägermaterialien Räume, haptische Strukturen, Fragmente und Übergänge.

Die ungegenständlichen, manchmal physisch schweren Arbeiten sind von einer starken dynamischen Rhythmik gekennzeichnet.

Landschaften, oft das Meer, fungieren als eine Inspiration. Der Malprozess, auch als Experiment, führt zu sehr eigenständigen und kraftvollen Bildlandschaften.

Ihre Zeichnungen sind keine Vorstudien im engeren Sinn, sondern jeweils autarke Arbeiten.

Eine zyklenhafte Bearbeitung von Themen in Zeichnung und Malerei, wie z.B. Whiteness Of The Whale (Moby Dick) ist kennzeichnend.

JENS MILDE (Kunsthistoriker & Japanologe)

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